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Recep Tayyip Erdogan und Askin Memnu

in Tägliche Themen / Güncel Konular 14.02.2010 23:43
von riudesign • 38 Beiträge

Was ich fühle kann ich mit Wut oder Trauer nicht beschreiben... Tag für Tag sehe ich wie unser Land von innen aufgefressen wird und die, die es fressen sind wir selber. Wir sind es, die mit unserer Dummheit denen aus der Hand fressen, die uns vergiften wollen.
Vergiftet ist das richtige Wort, denn ob wir noch heilbar sind und ob es ein zurück gibt werde ich nicht und eigentlich auch kein anderer wirklich sagen können.
Unser Land wird gespalten, Gruppierungen bilden sich und keiner kann sich mehr mit den Vorstellungen des anderen identifizieren. Und was bleibt auf der Strecke... mein Land, meine Wurzeln, der Wunsch... der Wunsch das dieses Land mal endlich aufwacht und zu sich kommt.

Wenn wir beim Fussball wären, würde ich mich über die momentan Situation freuen. Denn ähnlich wie bei unserer Nationalmannschaft unter Fatih Terim, muss jeder sehen wie falsch eine solche Führung sein kann. Diese Mannschaft muss dementsprechend einmal absteigen oder darf sich nicht qualifizieren, damit seine Befürworter die gemachten Fehler einsehen. Doch wenn es für die Türkei einmal zu spät ist, gibt es kein Aufstieg mehr. Dann gibt es eine Türkei wie 1918, als die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet wurde und die allierten unser Land einnahmen und aufteilten. Ein Kurdistan ensteht wohl nicht mehr direkt, aber Nordirak ist es schon fast und die Kurdenfrage wird so hoch geschaukelt, dass die Kurden sich jetzt von den Türken abspalten. Deshalb sehen wir in der Osttürkei auch öfter Bürgerkriegsähnliche Aufstände gegen die Polizei oder das Militär. Das wir alle Armenier sind wissen wir ja schon seit dem Mord an Hrant Dink. Deshalb öffnen wir auch auf Wunsch Europas die Grenzen und verlieren unsere wahren Nachbarn und Freunde aus Aserbaidschan.

Ich frag mich das immer und immer wieder... wer hat uns soweit gebracht, dass ich nicht mehr öffentlich sagen kann welch stolzer Türke ich bin. Wieso ist es mittlerweile soweit, dass jemand dessen Mutter ein Kopftuch trägt oder dessen Vater ein Imam ist automatisch gegen Atatürk ist. Wer hat diesen Menschen was erzählt und wer wäscht kontinuierlich dessen Köpfe. Allerdings will ich hiermit nicht noch mehr Trennung verursachen. Auch wenn es verallgemeinert wirkt ist es nicht so. Es tritt aber leider immer häufiger in dieser Form auf.

Erziehung und Medien.
Beides Einflussfaktoren, die zu mächtig sind um dagegen von aussen anzukommen.
Erziehung warum... Wenn mein Vater mir ständig erzählt das Atatürk ein schlechter Mann war, dann trau ich mich nicht dagegen anzugehen. Es ist mein Vater ich glaube ihm, denn warum sollte er mir was falsches erzählen. Wenn meine Mutter ein Kopftuch trägt und ich sehe, dass sie damit nicht überall hin darf dann tut sie mir leid... noch mehr... ich denke an die Worte meines Vaters und sage „Ja, warum hat Atatürk das gemacht und warum ändert das niemand“... und die Wut in meinem Bauch steigt. Doch dann kommt Erdogan und erlöst uns von dieser Jahrzehnte langen Qual. Erdogan, der mittlerweile schon aus den eigenen Reihen als Prophet bezeichnet wird. Erdogan, der das Kopftuchverbot abschaffen möchte. Erdogan, der für die Öffnung der türkisch-armenischen Grenze gesorgt hat. Erdogan, der das Kurdenproblem angepackt hat und wie er selber betitelt Herrn Öcalan wieder in Diskussionen und Debatten erwähnt. Erdogan, der das Militär entmachtet und dadurch die Demokratie stärkt. Erdogan, der die Ergenekon-Organisation komplett aufdeckt und die Schädlinge alle einsperrt. Erdogan, der den europäischen Forderungen bis heute am besten nachgegangen ist. Erdogan, ein Mann wie ein Mann!
Erdogan, ein Mann wie ein Mann

Medien warum... Genau diese ganzen Punkte werden von den Medien gezielt ausgestrahlt und in unsere Köpfe gepumpt. Ich gucke türkisches Fernsehen, das erkenne ich auch nur noch daran das türkisch gesprochen wird. Der Rest hat nichts türkisches mehr. Das türkischste an unserem Fernsehen sind unsere Serien. Und das ist das einzige worauf ein ganzes Volk anscheinend wert legt... grösstenteils der weibliche Teil der Bevölkerung. Dies kann jeder selber mal austesten.
Geht an eine europäische Universität und fragt 20 türkische Studenten folgendes: Wer war Atatürk und was hat er gemacht? und was ist „Askin Memnu“? Die Antworten sind klar... Askin Memnu kennt fast jeder... Atatürk kennt jeder, aber was er gemacht hat... die einen werden sagen die heutige Türkei gegründet, die anderen das er das Kopftuch verboten hat. Atatürk hat das Kopftuch verboten. Das sagt mir eine 18-jährige. Ein 19-jähriger sagt mir „ich akzeptiere das, was er gemacht hat“, aber ich merk an seiner Äusserung das er in nicht liebt... wahrscheinlich sogar verabscheut.

Das Alter ist dabei nicht wichtig, denn dieses Denken haben viele und aus jeder Altersgruppe.
Und warum denke ich nicht so. Warum bin ich anders. Wo denken wir anders.
Wenns sein muss widersprech ich dem, der falsch liegt. Das kann auch mein Vater sein, auch wenn er ein Hoca ist. Ich widerspreche aber nicht dem was Atatürk gemacht und gesagt hat. Das kann man als Türke gar nicht. Meiner Religion und meinem Glauben würde ich mich niemals wagen zu widersprechen, dass ist nicht mein Recht. Ich glaube und ich halte mich an ihr fest. Aber ich widerspreche dem, der sie benutzt um uns damit zu benutzen. Der, der damit Urteile fällt, der damit Politik betreibt, der damit Kriege führt.

Und Nein ich bin nicht Frauenfeindlich und auch kein Faschist!

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