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Medien und ihre Waffen

in Tägliche Themen / Güncel Konular 15.02.2010 00:11
von riudesign • 38 Beiträge

Wenn ich nun die türkischen Medien verfolge, sei es TRT oder NTV, dann verzweifle ich jedes mal aufs neue. Verzweiflung über unsere Fernsehanstalten, die alles zeigen und auch noch mehr zeigen würden, was Einschaltquoten bringt und der Verherrlichung der Regierung dient. Dann denke ich mir „Nein, es kann nicht sein dass die alle in der Hand der Regierung sind“, aber irgendwas muss es ja sein.
Ich sehe wie die BDP sich bei NTV als Werkzeug für die Lösung des Kurdenproblems anbietet. Ein Kurdenproblem, was wir durch die damaligen englischen Bemühungen niemals gehabt hätten und dank unserer jetzigen Regierung erst richtig aufgeblüht, man kann schon sagen explodiert ist. Meine Freude im ersten Augenblick über diese Äusserung schwankte leider gleich in Entsetzen um. Denn hinter den eigenen Forderungen wird uns gedroht. So forderte die Vorgängerpartei mehr Rechte für Abdullah Öcalan. Das ging sogar soweit, dass sie sich ihn als Führer der Partei vorstellen könnten. Wenn der Staat deren Forderungen aber nicht nachginge, so wurde verkündet und das öffentlich „Das man auch wieder in die Berge zurückkehren kann und dort gegen die Türkei weiterkämpfen wird“.

Eine Partei im türkischen Parteitag droht der Türkei indirekt mit Terror und Aufständen. Nun gut... diese Partei wurde dann gesperrt. Nun ist es die BDP, die für Unruhe sorgt. Die BDP macht sich stark dafür, dass kurdisch gesprochen werden soll. Aber weigert sich selber die türkische Hymne mitzusingen. Sie singen sie lieber auf kurdisch.
Als die NTV-Sprecherin beim Interview den BDP Pressesprecher mit Fragen konfrontiert wie, „welche Rolle spielt jetzt Öcalan für Ihre Parte“ geht er nicht auf die Frage ein. Danach traut sie sich nicht noch einmal nachzuhaken.

Warum nicht? Was hindert sie daran? Hat sie was falsches gesagt?

Es ist ganz einfach. Die Türkei ist an einem Punkt angekommen, wo viele erstarken und versuchen ihre Möglichkeiten zu nutzen.

Die eigentlichen Kemalisten und Nationalisten werden in die Enge getrieben und mit aller Macht entfernt. Die Kemalisten, zugleich auch Unterstützer des Laizismus sind durch die Regierung und mithilfe der Medien automatisch als Religionsfeindlich eingestuft. Diese bekämpft man mit dem Kopftuchverbot. Denn das Land hat schliesslich keine anderen Probleme als die Kopftücher. Das fatale daran ist aber, die Dreistigkeit derer die das Kopftuch in der Öffentlichkeit als politisches Druckmittel benutzen. An erster Stelle ist unser Ministerpräsident mit seiner Frau.
Die Nationalisten werden sofort ins Lager der Faschisten gepackt und müssen sich bei jeder Äusserung dafür rechtfertigen. Wenn sie PKK sagen, wird es so dargestellt als seien sie gegen die Kurden... wenn sie Armenien sagen, werden sie als konservativ bezeichnet.

Diejenigen, die das Land vor den konservativen schützen wollten sind nun jene, die das Land nicht vorantreiben können.
Diejenigen, die Religion von der Politik fernhalten wollten, müssen sich mit dem Kopftuchverbot auseinandersetzen.


Alle, die diese Ideologie verfolgten wurden schliesslich unter der Fassade Ergenekon eingesperrt. Politiker, Militärs, Journalisten, Gewerkschaftsführer, Anwälte, Richter, Ärzte und viele mehr wurden unter diesem Vorwand aus dem Weg geschafft. Die meisten werden nach langer Zeit und etlichen Verhörungen wieder entlassen. Später stellte sich dann heraus, dass es doch keine Beweise gab. Wer hat das alles verordnet - Der, der sich selber als Richter des Ergenekon Prozesses bezeichnete. Grössenwahnsinnig und tyrannisch. Wie ein Diktator.

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